Nur Stuten, die ein Fohlen bei Fuß haben, können gemolken werden. Mit dem
Melken wird erst begonnen, wenn das Fohlen mindestens vier Wochen alt ist. In
diesem Alter können die Fohlen tagsüber mit Heu und Kraftfutter gefüttert
werden und aus einer Selbsttränke Wasser trinken. Die Nacht verbringen sie
bei ihren Müttern. Tagsüber sind die Fohlen in einem Laufstall neben dem
Stutenlaufstall untergebracht. Nach einigen Stunden kann das erste Mal
gemolken werden. Das Melken erfolgt in einem separaten Melkstand, der
zwischen dem Stuten- und dem Fohlenlaufstall liegt. Jedes Fohlen kann immer,
auch während des Melkens, zu seiner Mutter Sicht- und Körperkontakt
aufnehmen. Dies ist für den Milchfluss sehr wichtig, denn manche Stuten geben
nur Milch, wenn sie direkten Kontakt zu ihrem Fohlen haben. Gemolken wird
zwei bis drei Mal täglich mit einer Eimermelkanlage. Nach jedem Melken wird
die Milch sofort gekühlt. Die gekühlte Milch wird in Portionsbeutel zu ¼
Liter verpackt und schockgefroren. Anschließend erfolgt die Lagerung der
Milch bei - 26°C. Sie ist so mindestens ein halbes Jahr haltbar.
Hygiene:
Die Gewinnung von Stutenmilch unterliegt strengen staatlichen Kontrollen.
Nur wenn ein Betrieb spezielle Vorgaben erfüllt, darf überhaupt gemolken
werden. Die Milch muss außerdem in bestimmten Abständen auf Keimzahl und
Zellgehalt untersucht werden.