Am westlichen Ortsrand der Gemeinde Schwieberdingen (20km nord-westlich von Stuttgart) liegt der neu erbaute Stutenmilchbetrieb.
Er wurde nach den neusten Erkenntnissen im Bereich Pferdehaltung und Stallbau erstellt. Auf zwei Gesichtpunkte wurde besonders viel Wert gelegt: eine artgerechte Pferdehaltung und ein ökonomischer Arbeitsablauf, sowohl beim Melken als auch bei den täglichen Stallarbeiten. Die Betriebsleiter entschieden sich für eine Gruppenauslaufhaltung im Kaltstall, um eine möglichst artgemäße Haltungsform zu gewährleisten. Das bedeutet, dass die Pferde nicht in Einzelboxen sondern in großen Gruppenboxen mit angeschlossenem Auslauf gehalten werden. Sie können sich Tag und Nacht, auch während der Melksaison, frei bewegen. Neben der Bewegung spielt für Pferde die Frischluft eine bedeutende Rolle.
Viele Pferde werden in zu kleinen, niedrigen Boxen noch dazu in geschlossenen Ställen gehalten. Dies führt häufig zu einer Schädigung des Lungengewebes und oft zur Unbrauchbarkeit. Der Stall ist deshalb nach Süden vollständig offen und auch nach Osten und Westen können bei Bedarf zwei große Tore geöffnet werden. Damit es unter den Stuten nicht zu Streit während des Fütterns kommt, gibt es für jedes Tier einen Fressstand in dem es ungestört, die ihm individuell zugeteilte Futtermenge, zu sich nehmen kann. Der gesamte Stallboden (einschließlich Stallgasse) ist mit einem Gummieestrich beschichtet. Dieser Boden hat sich in vielerlei Hinsicht bewährt. Er ist schalldämpfend (kein Hufgeklapper), er ist wärmeisolierend und rutschfest. In der Gruppe kommt es sowohl unter den Fohlen als auch unter den Stuten immer wieder zu Rangeleien oder Ausweichmanövern – hier wäre ein rutschiger Boden gefährlich. Damit die Selbsttränken bei Minustemperaturen nicht einfrieren, wird das Wasser beheizt und im Kreis gepumpt.
Auch bei den -20°C haben sich alle Pferde wohlgefühlt und waren in ihrem Verhalten unverändert.